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Mob City (2013 -) - Daves Pilotenschein

intellectual property of Turner Broadcasting System, Inc.

Auf Mob City freue ich mich schon seit etlichen Wochen, zählt die Serie für mich dank ihres Settings im Los Angeles der 1940er Jahre doch zu den ganz heißen Eisen dieser Season. Mittlerweile habe ich die ersten beiden Folgen geschaut und es wird Zeit für ein kurzes, wie gewohnt knackiges und kritisches Resümee in Form eines Pilotenscheins, viel Spaß...

Als Hauptakteur der ersten zwei Folgen fungiert Joe Teague, ein Ex-Marine des 2. Weltkriegs und nun Cop im von organisierter Kriminalität gebeutelten L.A. Gespielt wird die Figur von Jon Bernthal, Serien-Fans sicher besser bekannt als Shane aus The Walking Dead. Es gibt noch weitere Parallelen zu jener Zombie-Serie - so spielt auch Jeffrey Demunn mit, den man dort als Dale kennt. Wundern muss man sich ob dieser Gegebenheiten allerdings nicht, schließlich wird die Serie (unter anderem) von Frank Darabont geschrieben, produziert und gedreht, dem Kopf hinter eben jener Comic-TV-Umsetzung. Doch nun erst einmal weiter mit der Handlung: Joe bekommt zu Beginn das Angebot eines lokalen Comedians (süperb gemimt von Simon Pegg), als Wachhund bei einem nächtlichen Erpressungsversuch zu fungieren - freilich mit Aussicht auf einen satten Anteil am Gewinn. Richtig gelesen, ein Cop soll einem Kleinkriminellen Spaßvogel dabei helfen, einen anderen zu erpressen - ach ja, nicht einmal irgendeinen anderen, sondern auch noch ein hohes Tier der städtischen Mafia. Er tut, was er tun muss und...stimmt zu! Willkommen in der glitzernden, verruchten, verrauchten und korrupten Welt von Mob City! Joe hat schon recht, wenn er sagt, dass man die Bösen von den Guten nicht einfach an der Farbe ihrer Hüte erkennen kann. Bei der nächtlichen Übergabe geht naturgemäß etwas schief und die Story beginnt sich langsam zu entfalten. Ich will an dieser Stelle nicht viel mehr erzählen, nur vielleicht soviel, dass wir in den Auftakt-Episoden den Hauptcast Stück für Stück kennenlernen, sowohl jene Personen des Polizeireviers, als auch jene der zwielichtigen Verbrecherbanden. Zudem wird hin und wieder mit Rückblenden in die Jugend und Kindheit einzelner Leute gearbeitet, vor allem, um wichtige Abschnitte ihres Werdegangs zu beleuchten. Doch was bleibt nun für ein Geschmack auf meiner Zunge, nachdem ich die ersten rund 90 Minuten gesehen habe?

Auf dem Papier hat Mob City alles, was eine Noir-Serie braucht - und das ist schon mal ein positives Zeichen: weder fehlen die nächtlichen, nassen Straßen, welche die Neon-Reklamen der einschlägigen Etablissements widerspiegeln, noch die in dunklen Ecken stehenden, mysteriöse Damen observierenden Trenchcoat-Detectives mit der Fluppe im Anschlag. Auch eine stilvolle Jazz-Bar mit üppiger schwarzer Sängerin und attraktiver Barkeeperin ist mit von der Partie, ebenso wie Szenen der Art "wir stehen zu dritt nebeneinander mit unseren Thompson-Gewehren in den Händen und zerlegen in Zeitlupe Autos und Männer in einer dunklen Gasse", oder "Mord zweier Feinde der Mafia in einem italienischen Restaurant". Es gibt wohl kaum ein Film-Noir-Klischee, das nicht in den ersten beiden Mob-City-Episoden vorkommen würde - okay, zumindest ist die Serie in Farbe und nicht in Schwarz-Weiß. Ansonsten stimmt wirklich alles, selbst an den verträumt philosophisch-sinnierenden Blick auf die Stadt Los Angeles bei Nacht wurde gedacht. Und unser "Held" Joe haut auch allenthalben passende Sprüche der abgebrühten, abgeklärten und im Grunde resignierten Art raus. Ihr merkt es vielleicht: selbst für mich als Fan des Settings drängt sich die Frage auf, ob da nicht vielleicht Weniger mehr gewesen wäre? Lobend will ich erwähnen, dass die Kulissen, die Kleidung und überhaupt alles sehr, sehr hochwertig wirkt, ich war innerhalb der ersten paar Minuten bereits vollständig in die 40er Jahre abgetaucht! Doch irgendwie ist der Funke noch nicht so ganz übergesprungen - vielleicht liegt es auch an der bisher nur sehr langsam in Fahrt kommenden Geschichte, die zwar interessante Wendungen bereithält, doch noch nicht so richtig packt. Nunja, die Zutaten sind da, die Charaktere weitgehend überzeugend und die Produktion grandios. Genug für mich, um mit noch immer gesteigertem Interesse weiter zu schauen! Doch Bitte, bitte lasst das ganze nicht in der Belanglosigkeit versumpfen!


Fazit: Mob City kann derzeit noch alles werden - vom klischeebelasteten Gangster-Einerlei bis zum stilvollen, instant Noir-Klassiker. Ich bleibe gespannt, denn Potenzial ist im Überfluss vorhanden und muss eigentlich "nur" noch in gute Bahnen gelenkt werden!




Kurzinfos:

Titel: Mob City
Land: USA
Genre: Crime, Drama, Mystery
Staffeln: bislang 1 mit geplanten 6 Folgen
Erstausstrahlung: 04. Dezember 2013 (USA)
Homepage: CLICK

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