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Der Große Gatsby (2013)

intellectual property of Warner Bros. Ent


Mit dem Großen Gatsby hatte ich zuletzt glaube ich in meiner Schulzeit zu tun. Nein, ich zog zu jener Zeit nicht in seine Nachbarschaft und nahm an seinen ausschweifenden Parties teil. Vielmehr las ich das Buch über ihn, geschrieben von F. Scott Fitzgerald. Nun bekomme ich ein weiteres Mal die Gelegenheit, ihn kennenzulernen, nämlich in einer Neuverfilmung des Werkes. Ob das Vergnügen dieses Mal ganz auf meiner Seite ist, erfahrt ihr genau...jetzt...


Leonardo DiCaprio spielt DEN Lebemann und Partyschmeißer der 1920er in New York, und tritt damit in die Fußstapfen von Robert Redford, der selbigen bereits 1974 einmal verkörpert (zudem gibt es noch ein paar wenige weitere Verfilmungen). Wer das Buch nicht kennt, für den sei erst einmal folgendes gesagt: Um Jay Gatsby ranken sich etliche Gerüchte, manche denken, er sei ein Auftragskiller, andere behaupten, er wäre Spion. Viele munkeln, wie er zu seinem unglaublichen Reichtum gekommen ist, der ihn dazu befähigt, jedes Wochenende in seinem riesigen Heim bereits legendär gewordene Parties mit der Crème de la Crème New Yorks zu feiern. Im Film wie auch im Buch verfolgen wir alles aus dem Blickwinkel Nick Carraways, einem jungen Mann, der sich - angetrieben von den Versprechungen der Goldenen Zwanziger - an der Börse des Big Apple eine goldene Nase verdienen will. Nick (gespielt von Tobey Maguire) zieht hierzu in ein kleines Haus, das sich in direkter Nachbarschaft zu Gatsbys Anwesen befindet. Ihn zunächst nur scheu vom Fenster aus beobachtend, schickt sich Mr. Gatsby schließlich an, Nick auf eine seiner Feiern schriftlich einzuladen - ein Privileg, wenn man bedenkt, dass sonst nie jemand eine Einladung von ihm erhielt: alle anderen kamen einfach. 

Als ich als Zuschauer gemeinsam mit Nick auf diesem Fest erschien, konnte ich meinen Augen kaum trauen, so farbenfroh-chaotisch, bombastisch und aufwändig war die Szenerie, die sich mir zunächst geballt auf einmal, dann Stück für Stück im Detail offenbarte. Der Regisseur Baz Luhrmann verstand es, den Prunk und das ausschweifende Leben der 20er in Amerika darzustellen. Interessant ist dabei auch die Musikauswahl, die teilweise auf moderne Stücke, ja sogar Rap setzt, und das Ganze für den Betrachter damit noch ein Stück surrealer erscheinen lässt. Doch nicht nur die Parties sind gelungen umgesetzt, auch sonst geizt der Film nicht mit optischen Raffinessen: seien es traumhaft verzerrte, lange Kamerafahrten oder großzügige Totalen auf den Reichtum New Yorks bzw. die Armut in den rabenschwarzen Kohlegebieten der Stadt. Auch die Requisite ist grandios, die Kleidung, die Autos, die Straßen, alles ist wie aus einem Guss. Wären die Schauspieler nur ausgestopfte Puppen und der Text würde nur als Untertitel dastehen, das Anschauen lohnte allein aufgrund der Optik des Films!

Doch auch die Schauspieler wissen zu überzeugen, allen voran Mr. DiCaprio. Ich weiß nicht, wer sein Berater ist, der ihm zu seinen diversen Rollen rät, aber jene Person gehört mit Gold aufgewogen, denn meiner Meinung nach hat "Leo" in den letzten Jahren aus filmischer Sicht so ziemlich alles richtig gemacht und so manchen Streifen stark bereichert, manchmal vielleicht sogar gerettet. Und was soll ich sagen: Der Große Gatsby stellt da keine Ausnahme dar. Ich kann mir ehrlich gesagt keinen besseren für die Rolle des charmant-umgarnenden und zugleich zuweilen mysteriös angespannten, seltsame Telefonate abwickelnden Geschäftsmannes vorstellen, der sowohl imstande ist, rauschende Feste zu feiern als auch in intimen Gesprächen mit seinem gewinnenden Lächeln sofort Vertrautheit herzustellen. Grandiose Leistung, und ich kaufte ihm von Anfang an seine Rolle ab. Auch die anderen Darsteller sind nicht zu verachten, doch Jay Gatsbys Rolle sticht heraus - und das ist denke ich auch der Sinn der Sache, wenn man sich die literarische Vorlage betrachtet. Auf die Handlung selbst bin ich noch gar nicht näher eingegangen, doch das ist denke ich auch nicht unbedingt nötig: entweder, man kennt das Buch, oder man kennt es nicht. In beiden Fällen sollte man diese Verfilmung sehen und sich zusammen mit Nick Carraway forttragen lassen, hinüber in die schillernde Welt des Mister Gatsby!


Fazit: Der Große Gatsby ist ein optisches Meisterwerk, das nicht verlegen ist, laute und leise Töne gleichermaßen anzuschlagen. Ein starker DiCaprio trifft auf einen echten Literaturklassiker - das konnte fast nur gut gehen - und das ist es auch!





Kurzinfos:

Originaltitel: The Great Gatsby
Deutscher Titel: Der Große Gatsby
Land: Australien, USA
Regie: Baz Luhrmann
Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio, Tobey Maguire, Carey Mulligan, Joel Edgerton, Isla Fisher
Genre: Drama, Romanze
Länge: 143 Minuten
Release: 01. Mai 2013 (USA)
Link: CLICK

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