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Bates-Special - Teil 1: Psycho (1960) (Gastbeitrag)


intellectual property of Paramount Pictures, Universal Pictures & Universal Television

-- Gastbeitrag von Julius --

Die Thriller-Serie „Bates Motel“ beleuchtet das Leben des jungen Norman Bates, welcher der Protagonist des Hitchcock Filmes Psycho von 1960 ist. Diesen habe ich mir nun einmal zumindest in hoher Auflösung dank Bluray-Laufwerk angeschaut und will ihn euch kurz vorstellen.

Der Film handelt von einer jungen Frau Marion, die, um mit ihrem Geliebten zusammen sein zu können, 40.000 Dollar (ich weiß, unfassbare Summe, aber es war halt auch 1960) entwendet und damit durchbrennt. Weil sie auf ihrer Flucht natürlich irgendwann man müde wird und es auch noch in Strömen regnet, verpasst sie die Hauptstraße und landet schließlich in „Bates Motel“, einem dieser klassischen amerikanischen Raststätten entlang der Highways. Dort nimmt sie der junge und etwas schüchterne Besitzer Norman Bates auf und kann ihr, da sonst anscheinend niemand die Abfahrt verpasst, eines der vielen leeren Zimmer vermieten. Kurz nach ihrer Ankunft hört sie ein Gespräch von Norman und dessen Mutter mit, in dem diese ihre Abscheu für die „jungen Dinger“ aus der Stadt und ihre damit einhergehenden Sorgen um ihren Sohn deutlichst zum Ausdruck bringt. Trotzdem speisen Marion und Norman gemeinsam zu Abend und wechseln ein paar (merkwürdige) Worte. So beschäftigt sich Norman zum Beispiel gern mit dem Ausstopfen von Vögeln, lässt aber gleichzeitig verlauten, dass er auch gern „andere Sachen“ ausstopft…. Hmm, scheint in den 60iger Jahren aber keine junge Mitzwanzigerin, die ganz alleine in einem abgelegenen Motel unterkommt so richtig zu beunruhigen und so geht sie entspannt und gesättigt zurück in ihr Zimmer und nimmt die wohl berühmteste Filmdusche aller Zeiten.

intellectual property of Paramount Pictures & Universal Pictures

Was nun passiert ist eigentlich Filmgeschichte und sollte bekannt sein. Ich will jedoch sicher gehen und niemanden weiter spoilern. Stattdessen möchte ich die Frage beantworten, ob es sich lohnt, sich den Film auch heute noch zu Gemüte zu führen, oder ob ihr lieber zur Inhaltsangabe bei Wikipedia springen solltet, bevor ihr euch die passende US-Serie anseht.

Der Film ist für den Kinozuschauer des 21. Jahrhunderts vor allem eines: sehr sehr sehr langsam. Besonders die „Actionszenen“, die eigentlich der Höhepunkt des „Suspense“-Kinos sein sollten, wirken unter heutigen Gesichtspunkten vor allem lächerlich plump (konnte ich aber zugunsten des gelungenen Spannungsbogens sehr gut verschmerzen). Es gibt (nahezu) keine schnellen Schnitte, keine epilepsieerzeugenden High-Speed Bildsequenzen und ganz ehrlich: die weiblichen Akteure sehen mitunter einfach nur „ungewohnt züchtig“ aus. Vielleicht war das damals allerdings hochsexy und die Kids 2160 werden sich auch Transformers anschauen und bei Megan Fox’s Outfit nur müde über die prüden 2000er Jahre lächeln, wer weiß. Auch die Dialoge wirken mitunter irgendwie „unspektakulär“ und haben gleichzeitig unfreiwillig bei mir das ein oder andere amüsierte Schmunzeln erzeugt, was aber vor allem in Kontrast zu jenen geschliffenen Dialogen der „maximalen Schlagfertigkeit“ heutiger Actionfilme deutlich wird. Jedenfalls ist der Film trotz seines deutlich spürbaren Alters alles andere als langweilig. Im Gegenteil, die reichlich 90 Minuten zogen so schnell vorbei, dass ich schon den Verdacht hatte, dass es sich hier um einen Kurzfilm handeln könnte.

Das liegt unter anderem an dem hochcharismatischen und trotzdem sehr verstörenden Anthony Perkins, der den Charakter des Norman Bates äußerst glaubwürdig wiedergibt. Auch die Story selbst ist unheimlich spannend und beleuchtet - nach dem Intro – sowohl die Ermittlungen eines Privatdetektives, als auch die Geschicke des aus Marions Liebhaber und ihrer Schwester bestehenden Gespanns auf dem Bates Anwesen.

So  überraschend das auch ist, der Film funktioniert nach wie vor sehr gut. Er hat zumindest mir einen spannenden Abend beschert und die Erlebnistiefe für die aktuelle TV-Serie noch einmal deutlich erhöht. Wenn ihr also Blut geleckt habt (ja, das war durchaus eine Anspielung auf den Film), dann solltet ihr euch den alten Hitchcock durchaus mal anschauen und gern auch den bald folgenden 2. Teil meines Reviews lesen, der sich mit der aktuellen Serie der „Bates“ Saga beschäftigen wird. Ich wünsche gute Unterhaltung!



Kurzinfos:

Originaltitel: Psycho
Deutscher Titel: Psycho
Land: USA
Regie: Alfred Hitchcock
Hauptdarsteller: Anthony Perkins, Vera Miles, John Gavin, Janet Leigh
Genre: Horror, Mystery, Thriller
Länge: 109 Minuten
Release: 16. Juni 1960 (USA)

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