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Dark Souls II - Daves Tagebuch (Tag 1)


intellectual property of NAMCO BANDAI Games Inc. & FromSoftware, Inc.

Im letzten Artikel habe ich bereits geteasert, dass bald etwas Düsteres Thema im Blog werden wird, und was soll ich sagen - heute ist es soweit! Kenner haben es bereits am Titelbild herausgefunden (oder sind imstande, Überschriften zu lesen), aber für alle anderen sei es nochmal explizit erwähnt: Dark Souls II ist draußen! "Dark...was?", höre ich den Candy-Crush-verwöhnten App-Aficionado ins Mikro hauchen. Nun, dies Spiel nimmt jene endlich wieder ernst, die schon seit Jahren die Herausforderung abseits des Mainstream-Games-Markts mit der Lupe suchen müssen, und nicht alle Nase lang von Checkpoints und Autohealing berieselt werden wollen. Um den Release würdig zu feiern (und weil es mich wohl eine Weile beschäftigen wird), breche ich die normale Test-Artikel-Mechanik etwas auf und präsentiere euch heute Tag 1 meines Dark Souls II Tagebuchs. Und wer weiß, vielleicht bekommt ja auch der ein oder andere Angry Bird da draußen Lust auf etwas ein bisschen mehr Episches...


Tag 1 - Tödliche Klippen

Liebes Tagebuch,


Alle Tagebuch-Einträge:

auf wenig trifft der Ausspruch "Memento mori" mehr zu, als auf Dark Souls II, denn hier werde ich ständig und an jeder Ecke daran erinnert, dass ich sterblich bin...oder vielmehr, dass meine Spielfigur sterblich ist...sehr sterblich. Meine bisherigen Erfahrungen mit der Souls Reihe (bestehend aus Demon Souls und dem ersten Dark Souls) bestehen ehrlich gesagt lediglich aus ein paar angeschauten Gameplay-Videos und einem extrem kurzen Hineinschnuppern in Dark Souls I. Der Tenor der Presse damals war dabei recht einhellig, und so hörte man allenthalben Sätze, die den extrem fordernden Schwierigkeitsgrad der Spiele lobten, gleichzeitig aber mahnten, dass so etwas nicht für jeden sei, dass man sich "reinfuchsen" muss, dann aber wohl mit einem unvergleichlich dichten Abenteuer belohnt wird, das einen - einmal gepackt - nicht so schnell loslässt. All das faszinierte mich, zugleich aber fragte ich mich, ob ich für solch ein Spielprinzip nicht schon zu sehr vom Casualmarkt weichgespült worden bin, einem Markt, der um jeden Preis möchte, dass ich unkomplizierten, reibungsarmen Spaß mit dem gekauften Spiel habe. Einem Markt, der mich daran gewöhnt hat, alle zwei Minuten einen Rücksetzpunkt zu bekommen, damit ich bei einem der (ohnehin seltenen) Spieltode ja nicht allzu viel erneut absolvieren muss. Natürlich gibt es auch in diesen Games fordernde Aufgaben, aber nicht selten sind jene Bereiche nur optionale Nebenmissionen oder aber so mit Hinweisen vollgepflastert, dass nur ein halbes Pantoffeltierchen nicht auf die Lösung käme. Das alles will ich gar nicht unbedingt schlecht reden, denn ich genieße auch diese Spiele, ja oftmals bieten sie wohlige Entspannung, und kosten zudem nicht gar zu viel Zeit, bis man den Abspann bestaunen kann. Doch so, wie ich auch bei Filmen nicht ausschließlich Blockbuster wie Thor, Spider-Man oder Avatar bestaunen will, sondern hier und da Sparte und Programmkino nach Perlen durchforste, genau so geht es mir auch bei Videospielen: Eine Lücke klafft im Gamer-Herz, und mit Dark Souls II will ich endlich herausfinden, ob ich noch das Zeug dazu habe, ein echtes Abenteuer zu bestehen.

Mit dieser Ungewissheit im Herzen begann ich also mein New Game, gespannt, was mich erwarten würde. Nach einem wirklich fulminanten Render-Intro mit peitschendem Titelsong erwache ich als namenloser Held in einer Art Zwischenwelt. Im Grunde bin ich ein Bettler, mit nicht viel mehr am Leib als ein paar Lumpen, ein Schild oder gar eine Waffe fehlen völlig. Die Kamera lunscht mir von hinten über die Schulter, während ich die ersten Schritte durch das hohe, fahl beleuchtete Gras wage. Ich kann laufen, kurz sprinten (was Ausdauer verbraucht) und mit meinen Fäusten zuschlagen. An einer kleinen Lichtung angekommen sehe ich ein paar Tiere um mich herumspringen - sind wohl so etwas wie kleine Affen. Aufmerksam wie ich bin, entdecke ich einen kleinen Nebenpfad zu einem kleinen Platz, auf dem in einer Ecke etwas Einsammelbares schimmert. Ich laufe hin und...da war's auch schon das erste Mal passiert: direkt dahinter, in der Dunkelheit, war der Boden zuende und ein riesiges Loch verschlang meinen Helden. *Pling* - eine Trophy wurde freigeschaltet, "Willkommen bei Dark Souls". Schon allein daran erkennt man, wie sehr der Tod Teil der Spielmechanik ist - und es wird nicht der letzte sein. Nach Bewältigung dieser Hürde komme ich schließlich an ein Haus, das von ein paar Damen bewohnt wird. Im Gespräch mit diesen ist die eigentliche Charaktererstellung versteckt, und ich kann hier nicht nur meine Klasse wählen - einen Ritter, sondern auch sehr sehr detailliert am Aussehen meines Recken schrauben und einen Start-Gegenstand wählen. Ich entschied mich für einen Ring, der mir eine leicht erhöhte Lebensleiste beschert. Dank meiner Vorbestellung der Black Armour-Edition konnte ich zudem aus einer kleinen Auswahl Waffen und Schilde meinem Charakter erste Items in die Hand geben. So ausgestattet machte ich mich auf den Weg in das erste Gebiet, an dessen Anfang ich zunächst das erste Leuchtfeuer entzündete.

Diese beflammten Lagerstätten sind Dreh- und Angelpunkt der Spielwelt, so kann man beispielsweise von ihnen aus zu bereits besuchten anderen Abschnitten reisen, sich heilen, Items verstauen und Dinge verbrennen. Was letzteres soll, weiß ich allerdings auch noch nicht richtig, wir werden es wohl gemeinsam herausfinden müssen. Zudem dienen die Leuchtfeuer als Rücksetzpunkte, wenn man stirbt. Sollte es dazu kommen, verliert man alle bislang gesammelten Seelen, startet am letzten Feuer mit verminderter maximaler Lebensenergie neu und muss sich an den Ort des Todes zurückkämpfen. Dort nämlich wartet dann das eigene Seelenpäckchen auf einen zur Wiederaufnahme. Sollte man auf dem Weg erneut ins Gras beißen, sind sie allerdings auf ewig futsch, genau so wie möglicherweise mehrere Stunden Spielzeit. That's Dark Souls. Die Seelen sind sehr wichtig, denn sie sind sowohl Erfahrungspunkte für den manuell auszulösenden Levelaufstieg, als auch Währung zum Einkauf von Gegenständen. Schon jetzt überlege ich immer wieder hin und her, ob ich nun die teuren Seelen für ein tolles Item ausgeben oder doch lieber für den Level- und damit Attributaufstieg sparen soll. 

An dieser Stelle möchte ich mit dem ersten Tagebuch-Eintrag Schluss machen, wenngleich in der ersten Spielesession noch mehr passiert ist. Wenn ihr mögt, dann hinterlasst in den Kommentaren gerne eure bisherigen Erfahrungen mit dem Spiel, oder ob ihr schon Lust bekommen habt, es selbst einmal auszuprobieren. Und lest einfach morgen wieder rein, wenn Tag 2 meines Dark Souls Specials online geht. Bis dahin, gehabt euch wohl!




PS: Memo an mich selbst: fange Tag 2 nicht mehr mit der scheußlich ausgelutschten Floskel "Liebes Tagebuch" an.


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