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To Rome with Love (2012)

intellectual property of Sony Picture Classics
Böse Zungen könnten jetzt sagen "Waaaaaas? Der Dave will einen Film abhandeln, der im Prinzip eine Liebeserklärung an die Stadt Rom ist, war aber selbst noch nicht einmal dort? Pah, das kann nichts werden!" - darauf kann ich aber ganz eloquent erwidern: "Shut up, böse Zungen! Ich kann und ich werde! ...und Recht habt ihr, ich war noch nicht dort.". Wenn ihr also meine ganz ungeschminkte Meinung zu diesem Streifen erfahren wollt, solltet ihr nun weiterlesen!

"To Rome with Love" ist nach "Midnight in Paris" ein weiterer Film von Woody Allen, der sich ganz und gar der Darstellung einer bestimmten Stadt samt ihrer menschlichen Geschichten darin verschrieben hat. Dieses Mal ist die Wahl also auf...naaaa...richtig: Bochum gefallen. Nein, natürlich auf die Hauptstadt des Stiefels von Europa. Rom. Die Stadt kommt tatsächlich toll zur Geltung, immer wieder darf man typische Sehenswürdigkeiten und malerische Gassen bewundern. Auch die italienische Sprache wird des öfteren gepflegt: nicht wenige Dialoge laufen sozusagen im heimischen O-Ton ab. Der Storyablauf hat jedoch eher episodischen Charakter, sodass man den Geschicken mehrerer getrennter Personengruppen folgt, die teilweise auch Englisch sprechen. Der Cast kann dabei einige illustre Namen aufweisen, wie z.B. Alec Baldwin, Roberto Benigni oder auch Jesse Eisenberg.

Ich muss ganz klar sagen, dass ich nicht viel Gedankenarbeit betrieben habe, um die eventuell vorhandenen interpretatorischen Feinheiten und Methaphern der Handlungsstränge zu entschlüsseln - man möge es mir verzeihen. Hier aber dennoch ein paar Worte zu den Inhalten der einzelnen, im Verlauf des Films bunt durcheinander weitergesponnen Episoden:

Da hätten wir zunächst die amerikanische Touristin  Hayley, die von der stets irgendwie süßen Alison Pill verkörpert wird (manch einer mag sie bereits aus der TV-Serie "The Newsroom" kennen). Diese verliebt sich in einen Römer (den Mann, nicht das Weinglas) und verbringt den Urlaub mit ihm in der Stadt. Durch die Ankunft ihrer Eltern (der Vater dabei gespielt von Woody Allen persönlich) kommt dann auch ordentlich Zündstoff in den weiteren Verlauf. Nur soviel sei gesagt: hinzu kommt hier unter anderem noch ein singender Bestatter und eine Duschkabine inmitten einer Opernbühne.

Eine weitere Episode handelt vom Architekturstudenten Jack (Jesse Eisenberg), der gerade mit seiner Freundin in der Stadt lebt. Besagte Partnerin erwartet  Besuch von ihrer frisch aus einer Trennung kommenden Freundin Monika (Elle Page), und hat ständig Angst, dass sich Jack in ihre unkonventionelle Art verlieben könnte. Und hier kommt ein seltsamer Kniff in die Geschichte: Alec Baldwins Charakter trifft zu Beginn auf den erwähnten Jack und ist fortan wie eine Art Gewissen-Flüsterstimme in allen möglichen Szenen anwesend. Er scheint die Situationen immer genau zu durchblicken und man weiß von ihm, dass er selbst mal als junger Student eine Zeit lang in Rom gelebt hat. Meine Interpretation: er IST in Wahrheit der inzwischen alte Jack, der diese wilde Studentenzeit in der Stadt nochmal im Geiste nacherlebt, jetzt wo er mit seiner Frau und Freunden wieder hier ist. Sicher bin ich mir nicht, aber es liegt nahe. Und es ist mir ehrlich gesagt auch herzlich egal, haha.

Roberto Benigni spielt in einem weiteren Handlungsstrang einen "typischen" Bewohner Roms, hat Frau und Kinder und ein recht vorhersehbares bürgerliches Leben. Bis, ja bis er plötzlich der gefeierte Medienstar schlechthin wird und Journalisten aller Couleur wissen möchten, was er zum Frühstück hatte und dergleichen mehr Banalitäten. Damit einher gehen dann auch diverse Vorzugsbehandlungen in Rom, beste Tische in Restaurants, die schönsten Frauen, einen Chauffeur, aber den Sinn habe ich irgendwie verpasst, vielleicht ist es nur ein Fiebertraum von ihm und er liegt im Sterben. Oder er nimmt Drogen. Keine Ahnung, aber vielleicht kennen sich da Woody Allen-Kenner besser aus und identifizieren dies als typisches Element ALLER seiner Filme. Wenn ja: schreibt gern eure Interpretation in die Comments.

Schließlich haben wir da noch das junge Ehepaar Antonio und Milly, die gerade in Rom ankommen. Er möchte sich bei seinen reichen Onkels für einen Großstadt-Job einschleimen, sie dagegen will sich noch die Haare schön machen lassen und verirrt sich schließlich in den verwinkelten Ecken der Stadt. Was folgt, ist eine dieser Film-Verwechslungsgeschichten, sodass die Verwandtschaft von Antonio schließlich denkt, er sei mit der schönen Anna zusammen. Diese von Penélope Cruz gespielte Frau ist in Wahrheit jedoch eine Prostituierte, spielt jedoch mit. Warum und wieso, das müsstet ihr schon selbst anschauen.

Doch ganz ehrlich: ihr braucht es nicht unbedingt zu tun: Der Film ist im Gegensatz zum sehr guten "Midnight in Paris" recht fade, die Dialoge nerven teilweise und die Pointen sind oft mittelmäßig. Hier und da blitzt mal etwas Genialität Woody Allens auf, doch insgesamt fehlt den Geschichten das gewisse Etwas.

Fazit: To Rome with Love - Eine Liebeserklärung an die Stadt, doch nicht unbedingt an den Zuschauer.



Kurzinfos:

Originaltitel: To Rome with Love
Land: USA, Italien, Spanien
Regie: Woody Allen
Hauptdarsteller: Roberto Benigni, Alec Baldwin, Jesse Eisenberg, Penélope Cruz, Alison Pill, Ellen Page, Woody Allen
Genre: Comedy, Romance
Länge: 112 Minuten
Release: 22. Juni 2012 (USA)
Homepage: http://sonyclassics.com/toromewithlove/  

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