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Oblivion (2013)


intellectual property of Universal Studios

Es gibt zwei Regeln für mich als Filmfan (nun, sicher nicht nur zwei, aber es klingt griffiger und markanter, wenn ich im Moment nur diese beiden nenne): 1. Bei einem Film mit Tom Cruise wird man blendend unterhalten, weswegen man auch ohne vorherige Trailerschau blind ins Kino gehen kann...also ich meine im Sinne von "ohne nachzudenken". 2. Postapokalyptische Szenarien - geprägt von Einsamkeit - ROCKEN. Das ist Fakt, und bitte streitet nicht mit mir darüber. Nun kommt ein postapokalyptischer Film mit Tom Cruise daher, der muss also gut sein, oder? Nun, sagen wir zunächst dies: "Oblivion" macht einen bestimmten Teil meiner beiden Regeln zu einem wichtigen Kriterium, um den Film optimal genießen zu können. Was das bedeutet, erfahrt ihr in meinem heutigen Review-Artikel!

Oblivion ist nach "TRON: Legacy" erst der zweite Spielfilm des Regisseurs Joseph Kosinski und ich wusste schon vor meinem Kinobesuch vor einigen Monaten, dass mir der Film gefallen muss (Beweisstück A: meine zwei Film-Regeln). Damals gab es meinen Blog noch nicht, doch nun ist der Streifen hierzulande auf BluRay erschienen und es war Zeit für mich, diese 124 Minuten nochmals zu erleben und einen Artikel darüber zu schreiben. Doch dies ist bei "Oblivion" besonders schwierig, da die Handlung des Films einen entscheidenden Einfluss auf den Genuss beim Schauen hat: man sollte im Vorfeld nämlich möglichst wenig von ihr wissen. Ja, ich kann nicht einmal empfehlen, den unten verlinkten Trailer anzuschauen, da dieser meines Erachtens schon zu viel verrät. So gesehen wird aus dem optionalen "blind ins Kino gehen" im Grunde hier ein "Muss", wenn ihr euch nichts verderben wollt.

Ich möchte euch dennoch ein paar Dinge über den Plot erzählen, und zwar jene, die bereits in den ersten paar Minuten offenbar werden (also keine Sorge): Der Film spielt in einer Zukunft, in welcher Aliens die Erde angriffen und dabei den Mond zerstörten. Dies führte dazu, dass bei uns vieles aus dem Gleichgewicht geriet - massive Erdbeben erschütterten alles, Landmassen begruben ganze Städte, Ebbe und Flut waren außer Kontrolle und die bereits gedruckten Mondphasen-Kalender waren im Grunde reif für die Mülltonne. Als Reaktion setzte die Menschheit flächendeckend Atombomben auf der Erde ein, womit sie schließlich den Sieg über die extraterrestrischen Invasoren errangen. Dass dies nicht gerade förderlich für die optische Attraktivität unseres Planeten gewesen ist, muss ich sicher nicht erwähnen - und so wirkt der Erdball nach diesem Krieg wie eine einzige Ödnis, ja im Grunde wie ein riesiges Island. Passenderweise wurden manche Szenen auch tatsächlich auf jener Insel gedreht. Durch die immense Verstrahlung der Oberfläche wurde die Menschheit schließlich gezwungen, auf einen bewohnbaren Mond in unserem Sonnensystem auszuwandern. Zu Filmbeginn trifft dies jedoch noch nicht auf alle zu, denn ein paar befinden sich noch im sogenannten "Ted", einer Art riesigen Pyramide, die im Orbit der Erde schwebt und die Sicherheit der sogenannten "Hydrotürme" überwacht. Letztere saugen das Meerwasser ein, damit es später als Energiequelle für den Fortbestand unserer Spezies genutzt werden kann.

Tom Cruise spielt dabei in der Rolle des Jack einen Wartungsmann, der die Funktionstüchtigkeit der Sicherheitsdrohnen auf der Erde sicherstellt. Zusammen mit seiner Kollegin Victoria (Andrea Riseborough) lebt er dafür an der Spitze eines riesig hohen Turms mit sagenhaftem Ausblick und gäsernem Swimmingpool für schwindelfreie Zeitgenossen. Täglich fliegt Jack also mit seinem Gefährt durch die nicht verstrahlten Gebiete und repariert, was die flinken Finger hergeben. Weiter möchte ich nun nicht auf die Handlung eingehen, aber zumindest seit ihr jetzt grob im Bilde. Ist der Film nun lohnenswert? Ich kann es nur mit einem eindeutigen JA beantworten, und möchte euch auch gleich die Gründe dafür liefern: Optik, Atmosphäre, Musik und Darsteller. Was, zu knapp formuliert? Okay, dann der Reihe nach!

Die Optik des Films ist phänomenal und ich prophezeie, dass "Oblivion" in den nächsten Jahren hervorragend altern wird. Das allermeiste macht einen wahnsinnig realistischen Eindruck und ist weit entfernt von dem typischen CGI-Look so mancher renderlastiger Filme. Das hat auch einen Grund, nämlich dass viele der Objekte und Kulissen tatsächlich gebaut wurden. Es existieren sowohl ein 1:1 Modell des Fluggefährts, das Jack im Film nutzt, als auch das futuristische Motorrad für die ländlichen Touren (letzteres bekam Cruise übrigens zu seinem 50. Geburtstag am Set als Geschenk überreicht). Auch die gesamte Wohnung in der Turmspitze ist als Set vorhanden, und der gigantische Ausblick von dieser wurde auf besondere Weise nachgestellt: da hier viele gläserne und anderweitig glänzende Oberflächen zum Einsatz kamen, war die Verwendung eines Bluescreens im Grunde keine valide Option, da sich dessen Farbe überall widerspiegeln würde. So wendete man einen Trick an und drehte von einem Vulkan auf Hawaii aus zunächst einen Rundumblick mit Kameras, um verschiedene Tageszeiten abzugreifen. Dieses Material fütterte man schließlich in riesige Monitore, die rings um das Set aufgestellt wurden. Wenn Jack und Victoria also ihren Ausblick über den Wolken oder den Sonnenaufgang betrachteten, so sahen sie tatsächlich das, was auch wir als Zuschauer zu sehen bekamen. Viel mehr noch: die von den Monitoren ausgestrahlte Lichtstimmung konnte gleich genutzt werden, um die luftige Wohnung in passende Farben zu tauchen. Für solche Sachen muss man Filmemacher einfach lieben, grandios! Weiterhin sind die Naturaufnahmen ein weiterer optischer Höhepunkt und es gibt sowohl unendlich weite, teils schneebedeckte Ödnis zu bestaunen, als auch hohe Berge, Wüste und größtenteils verschüttete Überreste menschlicher Bauten. Zudem erinnerten mich die Drohnen, Jacks Gewehr und Pistole sowie seine Kleidung irgendwie an die Videospielserie "Mass Effect", die bei mir einen hohen Stellenwert hat. Cyber-High-Five an alle, die beim Anschauen dasselbe dachten! Beim Bild macht der Film also alles richtig, weiter geht's mit der Atmosphäre und der Musik.

Um es kurz zu machen: die Stimmung des Films steht der Optik in nichts nach, und wird freilich zu großen Teilen durch diese erzeugt. Egal, ob Jack über weite Ebenen düst oder ein verlassenes und halbverschüttetes Football-Stadion betritt, immer wird es mit der passenden Soundkulisse untermalt, mal düster vorwärtstreibend, mal dahinschwebend, mal futuristisch-synthetisch, oder eher klassisch. Auch hier kommen für mich Erinnerungen an "Mass Effect" hoch. Ich möchte daher den offiziellen Score allen Musikliebhabern wirklich ans Herz legen! Abschließend noch ein paar Gedanken zu Tom Cruise: er ist mal wieder schlichtweg großartig darin, seine Rolle regelrecht zu leben und man kauft ihm alle Gefühlslagen ab. "Oblivion" bietet ihm aber auch eine ideale Leinwand für sein Können: ein einsamer Held mit Kampfgeschick und einer Prise Humor - das liegt ihm, das kann er gut ausfüllen und dafür eignen sich längst nicht alle Hollywoodbewohner. Damit soll es aber auch genug sein für heute, ich denke ihr ahnt, dass mir der Film überhaupt nicht gefallen hat...nein Spaß, das Ding ist großartig, oder was sagst du, Fazit-Man?




Fazit: "Oblivion" werde ich - entgegen seines Titels - so schnell nicht vergessen. Er gehört für mich dank eines abermals hervorragenden Tom Cruise, einer berührenden Story, sowie der realistisch-dreckigen Inszenierung zu meinen Highlights 2013.


Post Scriptum: Ich habe mittlerweile ein neues System für eure Blog-Kommentare integriert. Dies sollte es euch erleichtern, eure Meinungen unter die Artikel zu schreiben. Ich hoffe, es sagt euch zu. Und wenn nicht: lasst es mich wissen.



Den Trailer bitte lieber nicht anschauen, er verrät zwar längst nicht alles, aber zu viel! Ich habe euch gewarnt!


Kurzinfos:

Originaltitel: Oblivion
Deutscher Titel: Oblivion
Land: USA
Regie: Joseph Kosinski
Hauptdarsteller: Tom Cruise, Andrea Riseborough
Genre: Action, Adventure, Mystery
Länge: 124 Minuten
Release: 19. April 2013 (USA)
Homepage: http://www.oblivionmovie.com/splashpage/index.php


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