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Anna Karenina (2012)

 
intellectual property of Universal Pictures

 „Für uns gibt es keinen Frieden – nur Verzweiflung oder vollkommenes Glück“ 
– diese Worte von Wronskij an Anna Karenina umschreiben mein Verhältnis zu diesem Film eigentlich ziemlich treffend. Weshalb? Lest selbst!

Der Film Anna Karenina aus dem Jahr 2012 basiert natürlich auf dem weltbekannten und gleichnamigen russischen Roman aus dem 19. Jahrhundert von Leo Tolstoi (ja genau, der Autor des Inbegriffs eines langen Buches – Krieg und Frieden). Das Werk wurde schon ganze sieben Mal zuvor auf Filmrollen gebannt, dieser Film ist also der achte Anlauf und mit einer Länge von 129 Minuten weder der kürzeste, noch der längste Vertreter. Ich hätte ja auch die epochale literarische Vorlage in Gänze hier abhandeln können, muss mich aufgrund der Abwesenheit einer Rubrik „Literatur“ aber leider mit dem Film zufrieden geben.
akkurate Kostüme und Kulissen finden sich im ganzen Film
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Wobei leider eigentlich das falsche Wort ist, denn der Film hat ungemeine Stärken. Doch zunächst ein wenig zur Geschichte: Der Film verfolgt selbstredend unter anderem das Schicksal von Anna Karenina, wirklich glaubhaft gespielt von Keira Knightley. Der Film hat besetzungstechnisch ein paar Verbindungspunkte zum Film Stolz und Vorurteil aus dem Jahr 2005: in beiden führte Joe Wright Regie und auch dort spielte Keira Knightley sowie Matthew Macfadyen mit. Letzterer übernimmt in diesem Film die Rolle des Fürsten Oblonski, dem Oberhaupt einer von drei Familien, deren Schicksale im Film verfolgt werden. Anna ist die Schwester jenes Fürsten, verheiratet mit dem Staatsdiener Karenin (durch Maske schwer erkennbar: gespielt von Jude Law) und beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit Graf Wronskij (Aaron Taylor-Johnson). Die Handlung setzt im Russland von
Anna und Wronskij - happy phase
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1874
ein und wird mit einem interessanten optischen Kniff erzählt: immer wieder wird eine Theaterbühne der Mittelpunkt der Handlung und es ist, als würde man als Zuschauer einer Aufführung beiwohnen, egal welch absurde Züge dies manchmal annimmt. Es ist sehr meta, um es kurz zusammenzufassen. Höhepunkt ist dabei sicherlich ein mitten auf der Bühne ausgetragenes Pferderennen, mitsamt von rechts nach links durch die Bühne galoppierenden Rössern. Ein anderes Mal öffnet sich der Bühnenhintergrund und ein Darsteller verlässt den Schauplatz nach hinten, um sich auf einer schneebedeckten Landschaft wiederzufinden. Neben der Tatsache, dass dies optisch sehr interessant ist, besticht der Film ohnehin durch aufwändige Kostüme und ein paar teils sehr lange, schnittfreie Szenen (oder die Schnitte sind nur geschickt eingeflochten worden, das kann ich nicht genau sagen).

Pferderennen auf einer Bühne? Why not?
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Klingt bis jetzt – um das anfängliche Zitat aufzugreifen – eigentlich nach „vollkommenem Glück“, nicht wahr? Nicht ganz, denn eine Prise Verzweiflung mischt sich bei mir hinein, sodass ich mit dem Streifen keinen Frieden finden kann: für meinen Geschmack ist er schlichtweg ein wenig zu lang geraten. Meiner Meinung nach hätten ihm eine halbe Stunde weniger sehr gut getan, die Erzählung wäre gestraffter gewesen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Fazit-Man, come here and amaze us!



 

Fazit: Aufwändiges Epos, optisch interessant in Szene gesetzt – jedoch etwas langatmig…anschauen? Ja, schon allein wegen Keira Knightley!


 


 

Kurzinfos:

Originaltitel: Anna Karenina
Deutscher Titel: Anna Karenina
Land: Großbritannien/Frankreich
Regie: Joe Wright
Hauptdarsteller: Keira Knightley, Matthew Macfadyen, Jude Law, Aaron Taylor-Johnson, Kelly Macdonald 

Genre: Drama
Länge: 129 Minuten
Release: 10. November 2012 (USA)

Homepage: Anna Karenina

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