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Kairo (PC, Mac, Linux, iOS, Android)


(intellectual property of Richard Perrin, Lupus Studio Limited)


Da stehe ich nun, hinter mir eine Art steinerner Thron, vor mir in Weiß gepresstes Nichts, um mich herum ein gleichförmiger Ton, sphärisch irgendwie. Ich muss weiter, in einiger Entfernung schwebt eine weitere graue Insel, fast so wie meine, doch größer. Soll ich einfach laufen, wie einst Indiana Jones über die unsichtbare Felsbrücke? Ich versuche es…siehe da, ich falle nicht, ich laufe vielmehr in der Luft und komme sicher auf der anderen Seite an. So fängt es an, Kairo, ein Spiel von Richard Perrin. Wenn ihr mehr erfahren wollt, lest einfach weiter, es lohnt sich! Zudem kommt ihr am Ende des Artikels noch in den Genuss eines brandneuen Features meines Blogs, seid gespannt!

Ich werde hineingeworfen in eine Welt, die tatsächlich hier und da an die Hauptstadt Ägyptens erinnert, zumindest an eine künstlerisch verfremdete Version davon. Oder vielleicht eher an das Innere einer Pyramide, sind doch die Komplexe, die ich durchwandere, teils dunkel und verwinkelt, teils mit mysteriösen Hieroglyphen  an den Wänden verziert. Alles scheint aus Sandstein gefertigt, blockig, eckig, treppauf, treppab.
Kairo nimmt teils sehr abstrakte Züge an
(intellectual property of Richard Perrin, Lupus Studio Limited)
Hinzu kommen weitläufige Säulenhallen, durch Zahnradkonstruktionen betriebene Maschinen und mit Fackeln beleuchtete Räume. Apropos Beleuchtung: Das Spiel nutzt dieses Stilmittel exzessiv und taucht ganze Abschnitte in mitunter fast schon penetrant grelle Farben: rot, grün, weiß, blau, alles ist erlaubt, so scheint es, was die Stimmung unterstützt. Damit hört die künstlerische Aberration aber längst nicht auf. So finde ich mich plötzlich wie in einem riesigen Baumhaus wieder, umgeben von mächtigen Stämmen, die durch nach oben führende Stege verbunden sind. Ein anderes Mal wandere ich auf schmalem Pfad geradeaus, während sich von der Seite Torbögen aufbauen, meinen Weg rahmen und wieder verschwinden, wenn ich rückwärts gehe. Die Grafik ist insgesamt sicher kein echter Hingucker und insgesamt schlicht, aber die erzeugte Stimmung macht dies mehr als Wett.

Kairo zeichnet sich durch seine Einsamkeit aus, stetiger Begleiter ist für mich nur die atmosphärische Musik…wobei, „Musik“ greift fast zu kurz. Ich werde eher eingehüllt von Klängen, die mich manchmal Schaudern lassen, manchmal ein wohliges Gefühl vermitteln, manchmal auch von mir selbst erzeugt werden, wenn ich zum Beispiel den satten
Auch der Sternenhimmel birgt ein Rätsel...oder etwa doch nicht?
(intellectual property of Richard Perrin, Lupus Studio Limited)
GONGGGGG höre, der mir – so lerne ich – verrät, ein Puzzle gemeistert zu haben. Denn darum geht es vor allem in Kairo, Rätsel lösen. Diese sind nicht selten ziemliche Kopfnüsse, bei denen man rumprobiert, Hebel bewegt, Schalter drückt, guckt was passiert, Strategien entwickelt und sich schließlich wie ein Kind freut, wenn etwas klappt. Was da genau „klappen“ soll, das weiß man vorher oftmals gar nicht richtig, im Grunde ist in dieser Welt alles möglich und dann steht man staunend da, wenn der Raum von einem Moment auf den nächsten in Licht gehüllt wird, Blöcke anfangen zu schweben, Wasser nach oben fließt oder Energiestrahlen hervorbrechen. Den Entdeckergeist wecken, das gelingt dem Spiel außerordentlich, ist Hauptmotivation zum Weiterkommen. Dabei geht der Schöpfer Richard Perrin so weit, dass einem fast keine Anzeigen im Blickfeld stehen, lediglich manchmal wird etwas eingeblendet, wenn man beispielsweise ein Rätsel gelöst hat. Ansonsten kann man sich eine rudimentäre Karte im Optionsmenü einblenden, sowie bis zu drei Hinweise freischalten, wenn ein Rätsel doch einmal frustig zu werden droht. Dies kommt
glücklicherweise nicht allzu häufig vor, mit ein bisschen Nachdenken ist das meiste lösbar. Lediglich einige Male kam es bei meinem Durchspielen vor, dass ich zig Dinge ausprobierte, um ein vermeintliches Rätsel zu lösen, nur um dann in den Hinweisen zu lesen, dass der aktuelle Raum einzig zum Herumprobieren und -spielen vorhanden ist, man kommt also auch ohne ihn weiter. Ein nettes Gimmick, aber ein Tipp wäre schon hilfreich gewesen.
Vielleicht ein Rätselhinweis, vielleicht Graffiti ägyptischer Pyramiden-Kids
(intellectual property of Richard Perrin, Lupus Studio Limited)
Auch steuerungstechnisch ist übrigens alles sehr rudimentär gehalten, so dass man lediglich laufen, rennen und springen kann. Alle Hebel, Schalter und dergleichen werden durch bloßes Dagegenlaufen aktiviert. Ein Hand-Augen-Koordinationsprofi und Freizeit-Tastaturartist muss man für Kairo wahrlich nicht sein, das Spiel hat ein gemütliches, meist vom Spieler selbst bestimmbares Tempo mit nur wenigen zeitkritischen Momenten.

Jetzt habe ich noch gar nichts von den Dingen erzählt, die man außerdem noch zu Gesicht bekommt, wie zum Beispiel seltsame Bildschirme, auf denen Silhouetten von Köpfen zu sehen sind – werde ich etwa beobachtet? Oder auch…ach nein, entdeckt es am besten selbst! Und für alle, die erstmal reinschnuppern wollen, enthülle ich hier ein brandneues Feature auf meinem Blog: 1st 15 („first fifteen“) soll euch in Videoform einen Einblick in die ersten fünfzehn Minuten (zumindest ungefähr) eines Spiels geben, persönlich gespielt von mir für euch, ohne lästiges Gebrabbel, dafür mit 100% Atmosphäre. Denn manchmal sagt ein Video mehr als 1000 Worte – selbst wenn diese von mir kommen! Kairo macht hier also den Anfang und ich bin gespannt, ob ihr so etwas auch gern für künftige Videospiel-Artikel sehen wollt (die Kommentarfunktion ist euer Freund). Viel Spaß also damit, zuvor jedoch noch mein Fazit!



Fazit: Kairo zieht euch in eine abstrakte, mysteriöse und einsame Welt voller Geheimnisse, die ihr so schnell nicht vergessen werdet – bitte spielen, danke!






Kurzinfos:

Name: Kairo
Plattform: PC, Mac, Linux, iOS, Android
Entwickler: Richard Perrin, Lupus Studio Limited
Genre: Ego-Puzzler
USK: -
Homepage: http://kairo.lockeddoorpuzzle.com/ 

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