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Man of Steel (2013)


(intellectual property of Warner Bros. Pictures and Legendary Pictures)


Die erste Hälfte von 2013 sah mit Iron Man 3 bereits eine große Comic-Superhelden-Verfilmung. Während diese aus dem Marvel-Universum stammte, darf natürlich auch ein Vertreter von DC nicht fehlen. Lest im Folgenden, ob der Mann aus Stahl dieses Mal imstande ist, besser zu sein als der Mann aus Eisen. Der Artikel ist übrigens weitgehend spoilerFREI gehalten und kann schon vor dem Film gelesen werden!

"Clark, geh' und suche dir ein Kostüm im Mini-Lädchen aus!"
(intellectual property of Warner Bros. Pictures and Legendary Pictures)
Die harten Fakten vorweg: ich sah den Streifen in großem Saal, fast ganz vorn sitzend, auf Deutsch, in 3D und - trotz seiner Länge von 143 Minuten - glücklicherweise ohne Pause. Wenn man den Trailer-Reigen der letzten Monate verfolgt hat, kam man nicht umhin, eine gewisse Erwartungshaltung aufzubauen: Tonalität dieser Vorschauen, sowie Namen einiger der Verantwortlichen wie Christopher Nolan und David S. Goyer (Dark Knight Trilogie), oder auch Zack Snyder (300, Watchmen) ließen das Gefühl keimen, es handele sich um eine eher düstere Origin-Story mit Hang zur Tragik. Frisch aus dem Film kommend muss ich jedoch sagen, dass dies insgesamt nicht zutrifft. Selbst in seinen dunkelsten Momenten würde Man of Steel vermutlich stets dazu taugen, Christian Bales Version von Batman ein Lächeln auf das maskierte Gesicht zu zaubern. Nichtsdestotrotz ist der Film eine Ursprungsgeschichte, und so verwundert es nicht, dass die Story auf Supermans Heimatplaneten Krypton einsetzt. Ich verrate an dieser Stelle natürlich keine wesentlichen Eckpunkte der Handlung, jedoch behandelt die erste Hälfte des Films die Reise von Baby-Clark Kent auf die Erde, dessen Kindheit und Erwachsenwerden,  sowie die Einführung des Oberschurken General Zod (herrlich grimmig dreinschauend gespielt von Boardwalk Empire Prohibitionsfahnder Michael Shannon). Schon in den ersten, sehr rasanten Minuten fällt einem dabei der Soundtrack aus der Feder von Hans Zimmer auf – und zwar in einem äußerst positiven Sinne: mal wieder hat dieser alle Register gezogen und einen sehr stimmigen sowie stellenweise epischen Klangteppich gewoben. 

"So, und nun ein großer Applaus für Clark Kent als Superman!"
(intellectual property of Warner Bros. Pictures and Legendary Pictures)
Auf Schauspielerseite gibt der noch eher unbekannte Henry Cavill als erster britischer Landsmann einen überzeugenden Superman ab – wobei diese Bezeichnung im Film selbst tunlichst gemieden wird, ähnlich wie das böse „Z-Wort“ bei The Walking Dead, nur einmal rutscht es jemandem vollständig raus. Die beiden Väter des stählernen Mannes sind hingegen weitaus prominenter besetzt: „Robin Hood“ Russell Crowe mimt mit gewohnter Sicherheit den leiblichen, "Robin Hood" Kevin Costner den sozialen Papi auf der Erde. Ach und dann wäre da noch die abermals entzückende Amy Adams als Lois Lane, die ihre Sache ebenso sehr gut macht, genauso wie Laurence Fishburne, dessen Rolle als Chefredakteur vom Daily Planet aber irgendwie blass bleibt. Ansonsten gibt es an der Schauspielerfront nichts zu meckern, ganz anders hingegen stellt es sich bei der Story-Entwicklung dar. 

In der ersten Filmhälfte sieht man recht wenig von den Fähigkeiten des Comic-Helden, fast schon kommt die Vermutung auf, die Macher verzichten vielleicht gänzlich auf die Ganzkörperstrumpfhose als Relikt alter Filme und der Heft-Vorlage. Doch dann kommt alles
Superkid
(intellectual property of Warner Bros. Pictures and Legendary Pictures)
ganz plötzlich: begleitet von dem ein oder anderen Handlungs-Logikloch findet Clark Kent schließlich den heißbegehrten Kampfanzug, um daraufhin erste Flugversuche zu unternehmen. Ab hier nimmt der Film für meinen Geschmack zu viel Fahrt auf, lässt einige Lücken in der Erzählung und macht zu große Sprünge. Ich vermute, dass die Spieldauer anfangs jenseits der drei Stunden lag und viele Szenen schlichtweg der Schere zum Opfer fielen. Für eine Handlung, welche den Ursprung von Superman erzählen will, ging mir das eindeutig zu schnell. Der Plot ist insgesamt überschaubar konstruiert und recht klassisch geschrieben. In der Mitte des Films war ich somit – trotz stets hochkarätiger Unterhaltung – ein wenig enttäuscht, und das wäre wohl auch so geblieben, wäre da nicht die zweite Hälfte gewesen. Diese dreht den Kampf-Anteil DEUTLICH nach oben, scheut sich nicht vor schnellen, drastischen und ungemein gut inszenierten Kämpfen und fährt ein Effektfeuerwerk ab, das sich selbst vor den Avengers nicht verstecken muss. Selten hat die Bezeichnung „Actionfilm“ besser gepasst als hier, Hut ab! Auch der 3D-Effekt – sonst problembehaftet, wenn es um schnelle Schnitte geht - konnte den Spaß nicht trüben (wohl auch, weil er meiner Empfindung nach nicht sonderlich plastisch ausfiel und eher dezent wirkte). 


Wie schlägt sich nun der Man of Steel dieses Jahr gegen Iron Man 3? In puncto Adrenalin und Action muss sich Robert Downey Jr. gegen Henry Cavill geschlagen geben, wohl auch weil bei den Kämpfen des Superman jegliche Komik fehlt. Der Humor ist hingegen bei Iron Man klassisch viel stärker ausgeprägt und somit wird Schenkelklopfer-Fetischisten hier mehr geboten. Echte Fans von Superheldenfilmen kommen aber ohnehin um keinen der beiden Vertreter herum.


Fazit: Man of Steel enttäuscht bei der Handlung, wenn man durch die Trailer eine dunkle Erzählweise erwartete. Witzig ist er auch nicht sonderlich. Doch Action kann er, und wie! Schon allein deswegen lohnt der Kinobesuch, glaubt mir!



Kurzinfos:

Originaltitel: Man of Steel
Deutscher Titel: Man of Steel
Land: USA, Kanada, GB
Regie: Zack Snyder
Hauptdarsteller: Henry Cavill, Amy Adams, Michael Shannon, Diane Lane, Russell Crowe, Antje Traue, Harry Lennix, Richard Schiff, Christopher Meloni, Kevin Costner, Laurence Fishburne
Genre: Action, Adventure, Fantasy
Länge: 143 Minuten
Release: 10. Juni 2013 (USA)
Homepage: http://manofsteel.warnerbros.com/index.html?home


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