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Blackthorn (2011)



(Intellectual property of Magnolia Pictures)


Auf dem Papier ist Blackthorn ein typischer Western: man folgt einem grimmigen, alternden Haudegen – in diesem Fall der historischen Ganovenfigur Butch Cassidy (gespielt von Sam Shepard) – und erlebt mit ihm sowohl idyllische Steppenritte als auch den ein oder anderen Schusswechsel. Warum der Film dennoch aus dem Western-Einerlei hervorsticht, lest ihr hier.


Der Film besitzt eine zweigeteilte Erzählstruktur: zum einen verfolgen wir die Geschicke von James Blackthorn in den 1920ern. Dieser ist in Wahrheit der in den USA lange Jahre aktive Ganove Butch Cassidy, der schließlich nach Bolivien geflüchtet ist und sich dort zusammen mit einer einheimischen Frau eine Art Ruhesitz eingerichtet hat. Ohne zu sehr auf die
Sundance Kid (li.) und Butch Cassidy in einem der Rückblicke des Films
(Intellectual property of Magnolia Pictures)
Geschichte einzugehen, beschließt er zu Beginn des Films, in die Vereinigten Staaten zurückzukehren – in denen er ohnehin für tot gehalten wird
(in der Realität weiß man bis heute nicht eindeutig, wo, wie und wann Cassidy tatsächlich gestorben ist). Wie zu erwarten war, ist der Rückweg für Butch alles andere als einfach, denn unterwegs trifft er auf den Spanier Eduardo Apodaca (Eduardo Noriega), der auf der Flucht ist, nachdem er eine Mine ausgeraubt hatte. Was zu Beginn eher ein Zweckbündnis ist, wächst schon bald zu einer Freundschaft zwischen den beiden heran. Mehr möchte ich hier jedoch nicht verraten.


Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit den ungefähr 20 Jahre zurückliegenden Ereignissen seiner Ganovenzeit in den USA, zusammen mit seiner Bande, allen voran dem „Sundance Kid“ Harry Alonzo Longabaugh (gespielt von Padraic Delaney) und Etta, dem
Der Film bietet sowohl "klassische" Western-Landschaften...
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weiblichen Mitglied der Truppe. Letztere wird gespielt von Dominique McElligott, die einigen sicher als Lily Bell in der Serie „Hell on Wheels“ bekannt sein dürfte. Die Verquickung beider Erzählebenen macht eines der Besonderheiten dieses Westerns aus, da sich interessante Parallelen entwickeln und dadurch die Charaktere und deren Motivationen gut nachvollziehbar werden. Vor allem in den „Gegenwartsabschnitten“ merkt man, dass Butch Cassidy als Gunslinger-Bandit eigentlich zu einer aussterbenden Art gehört, er das selbst wohl auch weiß, durch die Umstände jedoch abermals in seine alte Rolle gedrängt wird. Hier fühlte ich mich des Öfteren an das Videospiel „Red Dead Redemption“ von Rockstar Games aus dem Jahr 2010 erinnert, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt.

Auch optisch fühlt sich der Film Stellenweise wie eine Verfilmung dieses Games an. Ein weiteres Highlight ist ohnehin ganz klar die Landschaft: tatsächlich in Bolivien gedreht,
...als auch weniger klassische.
(Intellectual property of Magnolia Pictures)
offenbart einem der Streifen die Schönheit dieses Landes. Es ist alles dabei, angefangen von kahlen Steppen, einer Salzebene und verlassenen Siedlungen, bis hin zu sattgrünen, urwaldartigen Gegenden. Durch diese Abwechslung hebt sich Blackthorn wohltuend von anderen beige-in-beige-Western hervor und bietet wirklich was für’s Auge! 








Fazit: Was Red Dead Redemption für Videospiele, ist Blackthorn für die Filmwelt – ein Western in einer Zeit, in der eigentlich kein wilder Westen mehr existiert.






Kurzinfos:

Originaltitel: Blackthorn

Deutscher Titel: Blackthorn

Land: Spanien, USA, Bolivien, Frankreich

Regie: Mateo Gil


Genre: Western

Länge: 102 Minuten

Release: 01. Juli 2011 (Spanien)

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